Wörterbuch
Phlebologie: Die Lehre von den Venen, deren Erkrankungen und Heilmethoden.
Thrombophilie (Thrombose-Screening): genetisch bedingt oder erworben kann sich eine Gerinnungsstörung des Blutes entwickeln, die das Risiko, eine Thrombose zu erleiden, vergrößert. Dieses Risiko kann durch Bluttests ermittelt und abgeschätzt werden.
Krampfadern / Varizen: sind stark erweiterte, geschlängelte, oberflächliche Beinvenen, in denen das Blut aufgrund defekter Venenklappen anstatt nach oben in Richtung Herzen nach unten ins Bein zurückfließt und dort Stauungs- und Schwellungsgefühle verursacht. Unbehandelte Krampfadern können zu Venenentzündungen führen und im schlimmsten Fall zu Thrombosen oder zum so genannten "offenen Bein".
retikuläre Venen: sind leicht erweiterte Venen, die sich netzartig, insbesondere bei hellhäutigen Menschen, über das gesamte Bein abzeichnen. Sie sind ohne Krankheitswert und eher ein ästhetisches Problem.
Besenreiser: sind rötliche oder bläuliche Erweiterungen kleinster Venen der oberen Hautschicht. Meistens sind sie ohne Krankheitswert sondern eher ein ästhetisches Problem. Nur in seltenen Fällen können sie auch Beschwerden verursachen und auf einen Schaden im tiefer liegenden Venensystem hinweisen.
Thrombose: ist ein Blutgerinnsel, das sich in einer der tiefliegenden Venen bildet und diese verstopft - also den Blutrückfluß vom Bein zum Herzen hin behindert. Dieses Blutgerinnsel führt üblicherweise zu starker Beinschwellung, Schweregefühl und evtl. Schmerzen beim Auftreten. Es ist sehr gefährlich, denn es kann zu einer Lungenembolie führen. Eine Thrombose sollte ohne Verzögerung vom Arzt behandelt werden.
Venenentzündung / (Thrombo)Phlebitis: ist eine Entzündung einer oder mehrerer oberflächlicher Venen oder Krampfadern, verbunden mit starken Schmerzen, Rötung und Verhärtung im betroffenen Bereich. Diese Entzündung kann ohne ärztliche Behandlung ebenfalls zu einer Thrombose führen.
PTS / postthrombotisches Syndrom: nach einer Thrombose kann sich im Laufe von Monaten bis Jahren eine Zerstörung der Venenklappen im tiefen Venensystem entwickeln, so daß der Rückstrom des Blutes nicht mehr so dynamisch nach oben abläuft, sondern sich eine mehr oder weniger starke Stauung nach unten ausbildet, in deren Folge ein Ulcus cruris entstehen kann.
Ulcus cruris / offenes Bein: als Spätfolge einer Thrombose oder ausgeprägter unbehandelter Krampfadern kommt es zu einem Blutrückstau im unteren Beinabschnitt. Dadurch wird das Gewebe der oberen Hautschichten nicht mehr richtig durchblutet und schon eine winzige Verletzung kann zu einem Geschwür führen. Weitere Risikofaktoren sind Zuckerkrankheit, Haut- und Druckgefühls- störungen sowie Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.
Stripping-Operation: Dabei wird die oberflächliche Hauptvene (vorne: Vena saphena magna, hinten: Vena saphena parva) auf eine Sonde aufgefädelt und über einen kleinen Schnitt in der Leiste oder in der Kniekehle herausgezogen.
Häkel-Methode: Über winzige Hautschnitte (ca. 2 mm) werden die geschlängelten Seitenäste der Hauptvene entfernt. Die Schnitte werden aus kosmetischen Gründen nicht genäht sondern geklebt, so daß lediglich kaum sichtbare Narben bleiben.
Besenreiser-Verödung: Das Verödungsmedikament wird über eine winzige Nadel in das Besenreiser-Äderchen eingespritzt und führt zu einer Verklebung der Innenwand des Äderchens. Um die Verklebung zu gewährleisten muß für 3 Tage eine Kompressionsbandage oder ein -strumpf getragen werden.
Besenreiser-Lichttherapie: kleinste hellrote Besenreiser werden mittels Licht-Therapie (ähnlich Laser) in der Haut "verschmort"
Lipödem: ist eine Fettverteilungsstörung, besonders im Oberschenkel- und Unterschenkelbereich. Die Fettpolster treten symmetrisch auf. Typische Lokalisationen sind Hüftkissen, Reiterhosen, Kniefettkörper und Fettmuff im Knöchelbereich. Die Füße sind frei davon.
Lymphödem: ist eine Abflusstörung der Lymphgefäße. Es tritt meist einseitig auf und hat häufig eine organische Ursache. Das betroffene Bein ist prall gespannt und der Fuß ist in die Schwellung mit einbezogen.
Phlebödem: ist eine leichte Schwellung / Wassereinlagerung im Bereich oder unterhalb einer Krampfader.
kardiales Ödem (Herzerkrankung, hoher Blutdruck): ist eine strumpfförmige symmetrische Wassereinlagerung an beiden Unterschenkeln und Füßen. Bei Fingerdruck auf die Schienbeinkante bildet sich eine Delle, die bis zu einigen Minuten bestehen bleibt.